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Vogelmilbe


Vogelmilben oder Blutmilben sind kleine wirbellose Tiere, die parasitĂ€r leben. Wenn wir sie unter einer Lupe oder einem Mikroskop betrachten, sehen wir, dass sie Spinnen Ă€hneln, auch wenn ihre Beine etwas kĂŒrzer sind. Im VerhĂ€ltnis zu ihren Beinen haben sie einen ziemlich großen Körper, der meist rot oder dunkelgrau gefĂ€rbt ist.
In der Praxis unterscheiden wir zwei Arten. Die Vogelmilbe Dermanyssus gallinae treffen wir bei HĂŒhnern, Tauben und Volierenvögeln, aber auch bei Nagetieren an. Die Reptilienmilbe Ophionnyssus natricis kommt dagegen nur bei Reptilien vor und hat eine etwas andere Lebensweise.

Entwicklung
Die Entwicklung einer Milbe verlĂ€uft in fĂŒnf Stadien: Ei, Larve, zwei Nymphenstadien und ein adultes Stadium. Die ideale Temperatur fĂŒr eine Entwicklung ist 27 ÂșC und eine Luftfeuchtigkeit von 80%.
Unter normalen UmstĂ€nden lebt eine Vogelmilbe ungefĂ€hr 16 Tage. Bei niedriger Temperatur können manche Milben sogar 40 Tage ĂŒberleben. Mit Ausnahme des Ei-Stadiums sterben alle anderen Stadien innerhalb von 8 Tagen bei einer Temperatur von ĂŒber 40 ÂșC oder unter 3 ÂșC und einer Luftfeuchtigkeit von weniger als 30%.

Lebensart
Ein erwachsenes Weibchen kann wĂ€hrend ihres Lebens etwa 70 Eier produzieren. Pro Wurf legt sie ca. 20 Eier. Dies macht sie meistens im Dunkeln, auf gut versteckten und leicht feuchten Stellen. Bei Reptilien werden die Eier manchmal sogar auf die Tiere selber gelegt. Man sieht sie dann meistens unter den Schuppen der Augen und rund um den Anus. Unter idealen UmstĂ€nden können die Milben bereits nach einem Tag schlĂŒpfen. Eier, die bei niedrigen Temperaturen gelegt werden, können wochenlang ĂŒberleben und so gĂŒnstigere UmstĂ€nde abwarten.

Aus dem Ei schlĂŒpft eine Larve, die nicht in der Lage ist, Nahrung aufzunehmen, sich aber schon ĂŒber eine geringe Distanz vorwĂ€rts bewegen kann. Dieses Stadium dauert ca. zwei Tage. Weil die Larve noch farblos und sehr klein ist, ist sie kaum wahrnehmbar. Nach diesem Stadium entsteht eine Nymphe mit einer harten Haut. WĂ€hrend dieses Stadiums, welches 5-10 Tage dauert, sucht sich die Vogelmilbe zum ersten Mal ein Wirtstier, um Blut abzusaugen. Dadurch bekommt sie eine rote Farbe, wodurch sie besser sichtbar ist. Nach diesem Stadium sucht sich die Nymphe ein Versteck, um zum nĂ€chsten Nymphenstadium ĂŒberzugehen. Dieser Übergang dauert meistens 24 Stunden. WĂ€hrend dieser Zeit ist die Milbe sehr verletzbar. Sie befindet sich in einer weichen, dunkelroten HĂŒlle und kann sich kaum bewegen.
Das daraus entstehende erwachsene Exemplar ist in der Lage, sich zu vermehren. Die mĂ€nnlichen Milben sind dreimal so klein wie die Weibchen und nicht so rund und dick. Sie können ihrem Wirtstier wĂ€hrend ihres maximal 30 Tage dauerndes Lebens bis zu achtmal Blut absaugen. Nachdem sie sich ein- bis zweimal vollgesaugt haben, suchen sich die MĂ€nnchen ein Weibchen fĂŒr die Paarung. Wenn sie sich mit einem Weibchen paaren, das noch keine Nahrung aufgenommen hat, wird dieses Weibchen nur weibliche Milben bekommen. Wenn ein jungfrauliches Weibchen sich einmal mit Blut vollgesaugt hat, ist es dagegen nicht mehr attraktiv fĂŒr die MĂ€nnchen; weshalb keine Befruchtung mehr stattfinden wird. Aus den Eiern dieses Weibchens werden sich dann nur MĂ€nnchen entwickeln.

Ein Weibchen saugt sich wĂ€hrend ihres Lebens maximal fĂŒnfmal mit Blut voll. Es kann wĂ€hrend einer Nahrungsaufnahme das 15-fache seines eigenen Gewichts an Blut aufsaugen.

Vogelmilben befallen ihr Wirtstier jede Nacht, indem sie an den Beinen hochklettern. Gegen Morgen verlassen sie ihren Wirt wieder und suchen einen dunklen und geschĂŒtzten Ort, um dort den Tag zu verbringen. Reptilienmilben bleiben fĂŒr eine lĂ€ngere Periode auf dem Wirtstier. Nicht selten sind sie 5 Tage lang zwischen den Schuppen an die Haut gehaftet und saugen dabei ihrem Wirt dauernd Blut ab.

Nachdem sie genug Nahrung aufgenommen haben, machen sie sich auf die Suche nach einem geeigneten Platz, um ihre Eier abzulegen. WĂ€hrend dieser Suche, die meist im Dunkeln stattfindet, können erhebliche Distanzen zurĂŒckgelegt werden. Dadurch kann sich ein Vogelmilbenbefall in kĂŒrzester Zeit ĂŒber mehrere KĂ€fige verteilen.

Die Übertragung von Krankheiten
Ein Milbenbefall ist nicht nur lĂ€stig fĂŒr die Tiere, er ist auch gefĂ€hrlich. Vogelmilben können die unterschiedlichsten Krankheiten und HautschĂ€digungen verursachen. Eine Ansteckung geschieht hauptsĂ€chlich ĂŒber den Speichel. Auch bei Menschen kann es zu Hautirritationen kommen. Es gibt sogar Menschen, die eine allergische Reaktion zeigen und fĂŒr die Behandlung einen Arzt aufsuchen mĂŒssen. Untersuchungen an diversen UniversitĂ€ten haben gezeigt, dass Vogelmilben u. a. fĂŒr die Verbreitung des „Rattenfiebers“, (eine gefĂ€hrliche Form von Hepatitis) und die „Nagetierkrankheit“ verantwortlich sind. Importierte Reptilien aus Asien und Afrika gehören zu den Risikogruppen. Fast alle solche Tiere tragen Vogelmilben an sich und weisen einen hohen Wert an schĂ€dlichen Pathogenen auf. Es ist ratsam, diese Tiere lĂ€ngere Zeit in QuarantĂ€ne zu halten. Tiere, die aus der „Nachzucht“ kommen, haben im Allgemeinen keine Probleme mit gefĂ€hrlichen Krankheiten.

Kontrolle
Es ist sehr wichtig, immer gut zu kontrollieren, ob Vogelmilben vorhanden sind. Das rechtzeitige Einsetzen von Dutchy’sÂź wirkt sehr gut, solange noch keine grĂ¶ĂŸere Population an Vogelmilben entstanden ist. Dutchy’sÂź können einen bereits vorhandenen, sogar einen ernsthaften Befall beseitigen, mĂŒssen dann aber in grĂ¶ĂŸeren Mengen eingesetzt werden, was entsprechend teurer ist.
Um zu kontrollieren, ob und wie viele Vogelmilben in einem KĂ€fig vorhanden sind, nutzen wir die Gewohnheiten der Parasiten. Wir benutzen ein kleines Kunststoffrohr als Milbenfalle. In dieses Röhrchen legen wir ein StĂŒckchen dĂŒnne Wellpappe Wir rollen diese Pappe auf, bis sie genau hineinpasst. Das Röhrchen befestigen wir nun an einer taktischen Stelle im KĂ€fig. In einem HĂŒhnerstall wird dies unter der HĂŒhnerstange sein. Wenn die Vogelmilben gegen Morgen ihr Wirtstier verlassen, suchen sie einen geschĂŒtzten Platz, um dort den Tag zu verbringen. Viele Milben werden in das Röhrchen und in die Falten der Pappe kriechen. Wenn wir nun die Pappe aus dem Röhrchen holen und auseinanderfalten, sehen wir, ob und wie viele Milben vorhanden sind.